| Damnation: Unerwartet gut |
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Während des letzten unserer gelegentlichen Raubzüge durch die Xbox-Abteilung der lokal bestsortiertesten Videothek fiel uns Damnation in die Hände. Völlig unvorbereitet warfen wir einen Blick aufs Cover und vermuteten dahinter einen ziemlichen lauen Shooter, den wir in kürzester Zeit problemlos absolviert haben würden. Mangels reizender Alternativen ließen wir uns darauf ein... Die erste Einschätzung folgte dem ersten Eindruck und fiel saumäßig aus, denn weder die Storyline noch die Charaktere werden ansprechend eingeführt; Spieltiefe und Atmosphäre lassen sich bestenfalls am Horizont erahnen. Nach einem halbseidenen Intro landen die Spieler im ersten Level, nach einem obskuren und nicht näher erläuterten amerikanischen Bürgerkrieg hineingewürfelt. Dazu trägt zunächst die frische Idee bei, Tomb Raider und Gears of War zu vermischen. Man erhält so ein Adventure-Game in hervorragender Optik (mit, trotz allem, gelegentlich unabgebracht schwachen Texturen) gepaart mit zünftigen Schießereien. Etwas Verständnis dafür können die wahrhaft gigantischen Level einbringen: Derart große Strukturen, schöne Gebäude und Landschaften und allgemein weitläufige Areale haben wir auf der Xbox noch nicht gesehen. Endlich einmal wirkt eine digital modellierte Stadt komplett "vorhanden" – das Level Terra Verte ist ungelogen gigantisch und verleitet ohne Maßnahmen zur Orientierung zum hemmungslosen Verirren in den Weiten und Verwinkelungen der Stadt. Mit etwas Zeit findet man sich auch ein klein wenig besser in der Story zurecht, wenn auch der allgemeine Rahmen bis zum bitteren Ende vermisst bleibt. Die Charaktere sind in sich stimmig und harmonieren entsprechend gut oder schlecht. Ebenso verbessert sich die Atmosphäre: Das Endzeit-Gefühl einer am Rande stehenden Kultur und das Böse in Person, Mr Prescott, und sein Unternehmen PSI auf dem Weg zur Weltherrschaft gehen Hand in Hand mit ständig hörbarer PSI-Propaganda. Die Steuerung ist insgesamt gelungen und ermöglicht sowohl das Absolvieren der teils abenteuerlich lang(wierig)en Kletter- und Wegfindungs-Passagen, wie auch das Überleben der leider recht spärlich gesähten Kämpfe. Dann hilft auch noch eine dank Indianer-Hellseher kurzerhand übertragene Spirit Vision, Gegner auf größte Entfernungen und durch alle Hindernisse durchweg zu erkennen und dem Ganzen so frühzeitig den Wind aus den Segeln zu nehmen. Auch im Multiplayer, vorsätzlich. Früher (tm) hätte man Spiele mit integriertem Wallhack nicht akzeptiert. ;-) Alles in allem sind wir von Damnation durchaus positiv überrascht worden, besonders da wir einen billigen Shooter-Aufguss erwartet hatten. (Bilder © XBox360Achievements) |
