| Kane & Lynch: Dead Lame |
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Es war wiedermal so weit: Der prinzipiell unglaubliche Mangel an Coop-Spielen für die Xbox 360 hat uns diesmal dazu getrieben, einen der "Wackelkandidaten" aus der Videothek zu spielen: Kane & Lynch – Dead Men. Wir wussten schon vorher, dass uns Einiges stören würde und dennoch wollten wir unser nun weiterhin bereitliegendes Reserve-Spiel nicht "aufbrauchen", bis wir die verfügbaren Alternativen gezockt hatten... Aus einem in die Ehe eingebrachten Kind (Coop-Durchlauf mit jemand anderem ^^) wussten wir bereits, dass die Steuerung der Spielfiguren in K&L recht hakelig sein würde. Trotzdem entschieden wir (wegen der eigenen Kinder ;-), uns den Arsch gleich im schweren Modus versohlen zu lassen, denn einen zweiten Durchlauf würde es wohl nicht geben – womit wir Recht behalten sollten. Zunächst das Obligatorische: Die Grafik ist mittelmäßig durchwachsen; die Xbox konnte auch zum Release von K&L deutlich mehr. Verwaschene Texturen, grobe Vielecke anstelle wenigstens halbwegs runder Objekte und eine vertikale (statt der üblichen horizontalen) Trennung des Coop-Bildschirms machen das Spiel optisch zu einer Herausforderung. Weniger höflich: Die Grafik ist mau und die Bildschirmtrennung ist beschissen; den Entwicklern muss entgangen sein, dass die beiden Augen handelsüblicher Menschen horizontal angebracht sind... Die Vertonung ist in Originalsprache durchaus erträglich: Die Charaktere können sich allesamt offenkundig nicht ausstehen und machen keinerlei Hehl daraus. Das resultiert in markigen Sprüchen, Beleidigungen und allgemein kaum verhüllten Hintergedanken untereinander. So weit, so gut. Denn ganz und gar misslungen ist die Führung der Spieler durch den Plot, denn die Steuerung klemmt wie ein verrosteter Controller. Die Bewegung fühlt sich wie ein Bad in Pudding an, das Zielen gestaltet sich erst ähnlich und wird dank integrierter Beschleunigung dann schnell wie der geölte Blitz. Bis zur späten Gewöhnung ist ständiges Fehlfeuer also an der Tagesordnung, trotz einstellbarer Empfindlichkeiten (was diesen geölten Kaugummi nur noch unerklärlicher macht – hat denn keiner das Spiel ausprobiert bevor man es zum Presswerk geschickt hat? *grübel*). Abschließend noch was zur allgemeinen Schwierigkeit: Uns war ja durchaus bewusst, dass wir beim wählen von schwer keine Touristenrundfahrt gebucht hatten. Doch warum zum Geier heißt das hier, dass neben der üblichen Erhöhung der Gegnerzahl und des kassierten Schadens, der Verringerung der Munition und des ausgeteilten Schadens auch noch unfaires Gegnerspawning (z.B. auch beim Beschützen einer missionskritischen Person) und dämliche Skripte angewendet werden? Früher war alles besser, da sollte man zwar auch verlieren, hat es jedoch nicht so offensichtlich per Skript aufgezwungen bekommen. Wir haben zwar durchgehalten und die Achievements dafür kassiert – vermutlich war das aber auch der einzige Anreiz. Die Aussicht, mitten in der Nacht auch noch unverrichteter Dinge aufzuhören und dieses Kackspiel womöglich nochmal mieten zu müssen, war einfach die schlimmere Alternative. Wer genauso verzweifelt nach Coop-Spielen sucht wie wir, kann sein Glück ja gern versuchen. Ansonsten empfehlen wir, erstmal die anderen Titel zu besorgen. Eigentlich könnte ich direkt darüber weiterlästern, wieso es für eine Konsole, die großen Wert auf Community und Multiplayer legt, so wenige Coop-fähige Titel gibt... vielleicht lasse ich mich dazu mal gesondert aus, sonst steigen die Krankenkassenbeiträge wieder. (Bilder © Gamersyde) |
